Speisekarte bei Google, Wolt, Lieferando und Uber Eats aktuell halten
Die meisten Gäste sehen deine Speisekarte zuerst nicht am Tisch, sondern auf dem Handy: im Google-Profil, bei einem Lieferdienst, auf einem Bewertungsportal. Jede dieser Kopien veraltet für sich. Ein Preis, der seit März höher ist, steht bei Google noch mit dem alten Betrag, das Wintergericht läuft im Juli bei Lieferando weiter, und der Feiertag, an dem du zu hast, zeigt bei Uber Eats „geöffnet". Die Folgen sind konkret: Diskussionen an der Kasse, Stornos, schlechte Bewertungen wegen „falscher Angaben". Dieser Artikel zeigt, wo deine Karte überall liegt, warum eine einzige Quelle das Problem löst und wie eine Routine aussieht, die weniger als eine Stunde pro Woche kostet.
Wo deine Speisekarte überall steht
Mach einmal die Inventur. Bei den meisten Betrieben kommen sechs bis zehn Orte zusammen:
- Google Unternehmensprofil: Speisekarten-Link, hochgeladene Menü-Fotos, die Gerichte-Funktion mit Preisen, dazu Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten. Das ist die Kopie, die am häufigsten gesehen wird.
- Lieferplattformen: Wolt, Lieferando und Uber Eats führen jeweils eine eigene Karte in ihrem Partner-Portal, oft mit eigenen Preisen, weil du dort die Provision einrechnest.
- Deine Website und die QR-Karte am Tisch, im besten Fall dieselbe Datei.
- Portale und Verzeichnisse: Bewertungsseiten, Restaurantführer, Reservierungsplattformen, Tourismusseiten der Stadt. Manche übernehmen deine Karte automatisch, manche haben einen Stand von vor zwei Jahren.
- Gedruckte Karten und Aushänge: Tafel, Schaukasten, Flyer im Hotel nebenan.
Jeder dieser Orte hat einen eigenen Login, eine eigene Logik und einen eigenen Stand. Solange du an jedem Ort einzeln änderst, wirst du einen vergessen. Das ist kein Organisationsversagen, sondern Mathematik: Bei acht Orten und zwei Änderungen pro Woche sind das über 800 Einzelaktionen im Jahr.
Das Prinzip: eine Quelle, alle anderen verweisen darauf
Die Lösung ist nicht mehr Disziplin, sondern weniger Kopien. Lege fest, welche Karte die Wahrheit ist. Sinnvoll ist das die Karte, die du am leichtesten änderst und die Gäste direkt aufrufen können: die digitale Speisekarte unter deiner eigenen Adresse. Alle anderen Orte bekommen dann eine von zwei Behandlungen:
- Verweisen statt kopieren. Wo ein Link möglich ist, setzt du den Link auf die digitale Karte und lädst keine PDF hoch. Das gilt für das Google-Profil (Feld „Speisekarte"), für die Website, für Bewertungsportale, für die Social-Media-Bio. Eine PDF bei Google ist am Tag des Uploads schon eine Kopie.
- Ableiten, wo kein Link geht. Lieferplattformen brauchen eigene Einträge, weil dort bestellt wird. Hier hilft eine feste Regel: Die Plattform-Karte wird nur aus der Hauptkarte abgeleitet, nie umgekehrt, und sie enthält bewusst weniger Gerichte. Was sich täglich ändert, kommt gar nicht erst auf die Plattform.
Gedruckte Karten sind die dritte Kategorie: Sie sind eine Kopie mit Ablaufdatum. Wenn du sie behalten willst, schreib das Datum drauf und plane den Neudruck als festen Termin, nicht als Reaktion auf die dritte Beschwerde.
Google: der Ort, der zuerst gepflegt wird
Das Google-Profil ist die Karte, die die meisten Menschen sehen, und gleichzeitig die, die am seltensten gepflegt wird. Drei Dinge lohnen sich dort besonders:
- Der Speisekarten-Link. Im Profil gibt es ein eigenes Feld für die Speisekarte. Dort gehört die Adresse deiner digitalen Karte hin, nicht die Startseite deiner Website und keine PDF. Google zeigt den Link prominent im Profil, und wer draufklickt, sieht immer den aktuellen Stand.
- Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten. Feiertage, Betriebsferien, Ruhetage im Winter: Google fragt bei Feiertagen aktiv nach, ob die Zeiten stimmen. Wer nicht antwortet, wird als „geöffnet" geführt. Trag Ausnahmen ein, sobald du sie kennst, nicht am Tag davor.
- Fotos von Gerichten statt Fotos der Karte. Ein abfotografiertes Kartenblatt veraltet mit dem ersten Preiswechsel und ist für niemanden lesbar. Fotos von Gerichten bleiben richtig, auch wenn der Preis sich ändert.
Wenn deine digitale Karte strukturierte Daten enthält, also Gerichte, Preise und Allergene maschinenlesbar auszeichnet, können Google und KI-Suchen sie direkt lesen. Was das für die Sichtbarkeit bedeutet, steht auf der Seite Bei Google gefunden werden.
Lieferplattformen: weniger ist pflegbar
Wolt, Lieferando und Uber Eats sind Bestellsysteme, keine Speisekarten. Jede Plattform hat ein Partner-Portal, in dem du Gerichte, Preise, Optionen und Verfügbarkeit pflegst, und jede rechnet anders ab. Drei Regeln, die sich bewährt haben:
- Eigene Preisliste für Lieferung. Die Provision der Plattform hängt von deinem Vertrag ab. Rechne sie einmal sauber ein und halte die Liefer-Preise als eigene Spalte in deiner Hauptkarte, damit du bei der nächsten Preisrunde nicht dreimal rechnest.
- Reduzierte Karte. Auf die Plattform kommt, was gut liefert und selten wechselt. Tagesgerichte, Saisonkarte und alles, was sich täglich ändert, bleiben draußen. Ein Gericht, das du nachts um elf ausverkauft melden musst, kostet dich mehr, als es einbringt.
- Verfügbarkeit statt Löschen. Alle drei Portale können Gerichte vorübergehend ausblenden. Nutze das für „heute aus" statt zu löschen und neu anzulegen, dann bleiben Fotos und Beschreibungen erhalten.
Und die Öffnungszeiten: Jede Plattform hat eigene Lieferzeiten, die nichts mit den Google-Zeiten zu tun haben. Trag Feiertage dort separat ein. Das ist der häufigste Grund für Bestellungen, die niemand annimmt.
Die Routine: einmal pro Woche, feste Reihenfolge
Eine Routine schlägt jeden guten Vorsatz. Nimm einen festen Slot, zum Beispiel Dienstag nach dem Mittagsgeschäft, und geh diese Liste in immer derselben Reihenfolge durch:
- Hauptkarte prüfen: Preise, neue Gerichte, gestrichene Gerichte, Allergene bei geänderten Rezepten. Das ist die einzige Stelle, an der du wirklich änderst.
- Google: Speisekarten-Link noch richtig? Sonderöffnungszeiten für die nächsten vier Wochen eingetragen? Neue Bewertungen, die falsche Angaben nennen?
- Lieferplattformen: Preise gegen die Liefer-Spalte abgleichen, ausverkaufte Gerichte wieder freischalten, Lieferzeiten für Feiertage.
- Portale: einmal im Monat reicht. Suche deinen Betriebsnamen bei Google und öffne die ersten fünf Treffer, die nicht deine Seite sind. Was dort falsch steht, meldest du oder änderst es im jeweiligen Profil.
- Druck: Stimmt die gedruckte Karte noch mit der Hauptkarte überein? Wenn nein: Neudruck terminieren oder Karte durch QR-Aufsteller ersetzen.
Wer eine Tageskarte führt, macht Schritt 1 täglich, den Rest wöchentlich. Wie eine Tageskarte ohne Drucker funktioniert, steht auf der Seite Digitale Tageskarte.
Prüfliste zum Abhaken
- Es gibt genau eine Hauptkarte, und jeder im Team weiß, welche.
- Google-Profil verlinkt auf diese Karte, keine PDF, kein Kartenfoto.
- Sonderöffnungszeiten für die nächsten vier Wochen bei Google und auf jeder Lieferplattform eingetragen.
- Lieferplattformen haben eine reduzierte Karte mit eigener Preisspalte.
- Gedruckte Karten tragen ein Datum und einen Neudruck-Termin.
- Ein fester Wochentermin für die Routine steht im Kalender.
Und wenn die Zeit dafür fehlt?
Die Routine kostet mit Übung 30 bis 45 Minuten pro Woche. In vielen Betrieben ist genau diese Stunde nicht da, und dann veraltet die Hauptkarte selbst. Dafür gibt es zwei Wege: Entweder jemand im Team bekommt die Aufgabe fest zugeteilt, mit Kalendereintrag und Vertretung. Oder die Hauptkarte wird von außen gepflegt: Du schickst Änderungen als Foto oder Mail, jemand trägt sie ein, an Werktagen in unter 24 Stunden. So arbeitet der Full-Service von VeloMenu, beschrieben auf der Seite Speisekarte erstellen lassen. Die Google- und Plattform-Pflege bleibt in beiden Fällen bei dir, wird aber einfach, weil die Quelle stimmt.
Hauptkarte pflegen lassen
Schick uns ein Foto deiner aktuellen Karte. Du bekommst innerhalb eines Werktags ein schriftliches Angebot mit einer Vorschau deiner digitalen Karte, die du dann bei Google und überall sonst verlinken kannst.
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